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Aschauer Chronik-Projekt

Das Chronik-Projekt der Gemeinde Aschau i.Chiemgau ist nun nach 16 Jahren endlich abgeschlossen...

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Aschauer Chronik-Bände

Vorspann

„Der Ziegmann geht uns aus!“ diese alarmierende Feststellung des Aschauer Bürgermeisters Kaspar Öttl gab, so komisch das heute klingen mag, den Anstoß für einen neuen, vielleicht inzwischen für Außenstehende vorbildlich erscheinenden Weg, eine Orts- und Herrschaftsgeschichte aufzuarbeiten. Mit dem „Ziegmann“ meinte das Gemeindeoberhaupt ein Buch mit dem Titel „Aschau wie es früher war“. In ihm hielt Max Ziegmann, von 1941 - 1960 Leiter der Niederaschauer Volksschule, auf über 400 Seiten alles fest, was ihm im Priental (natürlich hauptsächlich aus Nieder- und Hohenaschauer Sicht) geschichtlich bedeutsam und aufbewahrenswert erschien. Und der Vorrat dieses mehr oder weniger „offiziellen“ Aschauer Geschichts - Buches der Gemeinde, neigte sich dem Ende. Es stellte sich die Frage einer Neuauflage des 1962 veröffentlichten Werkes oder der Erarbeitung Alternative.
Nun gab es in der gemeindlichen Administration den Leiter der ehem. Kurverwaltung, jetzt Tourist Information, der seit seinem Dienstantritt 1979 durch vielerlei Maßnahmen versuchte, dem selbst gesteckten touristischen Ziel „jeder Ort soll aus dem etwas machen, was er hat“ zu folgen. Dieses Ziel war aufgrund der landschaftlichen Schönheit und der geschichtlichen Vergangenheit des Prientales klar formuliert und hieß: „Natur & Kultur“. Aschau i.Chiemgau muss durch kontinuierliche Arbeit mit der Zeit eine klare Identität, ein unverwechselbares Image bekommen. Sicher leichter gesagt, als getan. Um es kurz zu sagen, es war ein langer, anfangs vielfach belächelter und unverstandener Weg, der Steinchen für Steinchen langsam zu einem erkennbaren Mosaik zusammenwuchs.

Realisierung des Chronikprojekts

Wolfgang Bude erhielt auf Vorschlag des Bürgermeisters von der Gemeindevertretung den Auftrag, eine Chronik für die seit der Gebietsreform von 1978 aus Hohen- und Niederaschau, Sachrang und Teilen der Gemeinde Umrathshausen bestehenden Gemeinde Aschau i.Chiemgau zu erarbeiten. Als Vorbild für diese Aufgabe diente ihm die Art und Weise, wie der ehemalige Rimstinger Chronist Dr. Waibl, an die Sache heranging. Er fasste seine Recherchen so lange zusammen, bis sie einen sogenannten „Quellenband“ füllten. Diese Quellenbände erschienen in einer Auflage von nur etwa 50 Stück und waren für Rimsting und die Archive in der Region als Nachschlagewerke gedacht. Der 5. wurde nach seinem Tode veröffentlicht. Bude machte daraus für seine Zwecke „themenbezogene“ Quellenbände. Unter fachlicher und freundschaftlicher Hilfe von Dr. Margot Hamm, Georg Antretter, Dr. Stefan Breit und etlichen anderen „Mentoren“ wurde ein erster Themenkomplex (nach „oben“ noch offen) zusammengestellt. Das Finden der jeweiligen Autoren, die im Rahmen eines Werkvertrages ein Thema, wie z.B. „Strafrecht der Herrschaft Hohenaschau“, übernahmen, war relativ einfach. Der kleine Kreis verfügte über Jahre gewachsene Beziehungen. Was der eine nicht wusste, fiel dem anderen ein. Die Autoren kamen zum Teil aus dem Priental oder hatten wissenschaftlich mit dem Aschauer Archiv oder thematisch mit der Region zu tun. Der erste Band der angedachten Serie hieß „Wehr- und Schützenwesen der Herrschaft Hohenaschau“, verfasst von Konrad Breitrainer (ehem. MdL) und Hans Hoesch (+), ehem. Schulleiter im Nachbarort Frasdorf. Er konnte im Rahmen einer Ausstellung: „390 Jahre Schützenwesen in der Herrschaft Hohenschau“ 1997 mit großem Erfolg der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bereits beim zweiten Band - alle erhielten einen einheitlichen roten Leineneinband mit goldenem Prägedruck des Preysing - Wappens - stellten sich Mängel in der Verarbeitung heraus. Wie den Rimstinger Bänden lag der Kostenschätzung das kostengünstige Kopie - Druckverfahren zu Grunde, das sich im Praxistest als zu „billig“ erwies. Ab dem dritten Quellenband wurden deshalb alle Bücher im Offset - Verfahren mit Fadenheftung hergestellt. Man hatte jetzt stabile widerstandsfähige Ausgaben - nur die Kosten verdoppelten sich. Um eine gewisse Vorfinanzierung zu erreichen, hatten Listen zum Bestellen der gesamten Edition zu einem Festpreis pro Band (von 48,- DM) aufgelegen, in die sich etwa 100 Abonnenten eintrugen und dafür einen Preisnachlass von 10% auf alle Ausgaben erhielten. Aus diesem Grunde konnte auch der zu Beginn kalkulierte Verkaufspreis im Nachhinein nicht mehr geändert werden. Es blieb nichts anderes übrig, als zu versuchen, die entstandene Finanzierungslücke durch Sponsoren auszufüllen. Das gelang, indem man zum „normalen“ Sponsoring noch Leute fand, die sich mit einzelnen Themenbände identifizieren konnten (z.B. Gervais - Danone mit „Landwirtschaft“) und in der Regel 1500 € pro Band stifteten. Damit war es möglich, rund ein Drittel der finanziellen Aufwendungen des Projektes abzudecken. Ein Band kostete jetzt im Verkauf € 25,-. Die Auflage richtete sich nach dem jeweiligen Thema und lag zwischen 300 und 600 Stück. Im Nachhinein betrachtet erforderte die Produktion eines Quellenbandes im Durchschnitt 15.000 €.
Für die wissenschaftliche Redigierung der meisten Bände zeichnet Dr. Margot Hamm verantwortlich. Organisation und Realisierung oblag in erster Linie Wolfgang Bude.


Neu erschienen ist im Dezember 2011 der Registerband zur Quellenband-Edition zur Chronik der Herrschaft Hohenaschau und des Prientals (70,- €, 1.048 Seiten)

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