
Interaktive Karte
Ehrung
„Hans - Clarin - Platz“ am Aschauer Bahnhof eingeweiht.
„Wahrscheinlich ist der Pumuckl als Klabautermann mit verantwortlich für das heutige Wetter“, scherzte Landrat Dr. Max Gimple bei der Einweihung des neu gestalteten Aschauer Bahnhofvorplatzes am Sonntag, 28. Mai 2006 „Der von allen geschätzte Staatsschauspieler Hans Clarin wollte in seiner Bescheidenheit ein Aufheben um seine Person stets vermeiden, vielleicht hat er für den Regen gesorgt?“ Dr. Gimple gratulierte den Aschauern zur Umgestaltung des bisherigen Bahnhofplatzes und zum damit entstandenen neuen Schwerpunkt im Ort. Aschau habe erreicht, was viele andere Gemeinden vergeblich versucht hätten: Aus einem verträumten Dorf wurde innerhalb der letzten Jahrzehnte eine moderne Gemeinde, ohne seine Seele zu verlieren. Mit dem neuen Hans-Clarin-Platz sei Aschau wieder einmal ein gelungener Wurf geglückt.
Es gebe in ganz Deutschland wohl niemand, der den Schauspieler Hans Clarin, den Pumuckl oder das Gespenst Hui Buh nicht gekannt habe, in Aschau aber sei der große Hans Clarin zu Hause gewesen, in Aschau sei er Mensch unter Menschen gewesen. So sei es nur logisch, dass der neue Platz nach ihm, der Aschau über Jahrzehnte in der Welt vertrat, benannt wurde.
Bürgermeister Kaspar Öttl dankte in seiner Ansprache allen, die sich um die Realisierung der Umbaupläne verdient gemacht haben. Die Regierung von Oberbayern habe alle Zuschüsse schnell ausbezahlt, die beteiligten Firmen seien alle fristgerecht fertig geworden und die Hausbesitzer im Umfeld hätten ihre Häuser ebenfalls nach dem Muster des Bahnhofs renoviert. Dadurch sei nun ein gelungenes Ensemble entstanden, das man als Aschauer Bürger durchaus mit Stolz betrachten dürfe.
Gemeinsam mit Christa Clarin enthüllte der Bürgermeister die Gedenktafel für Staatsschauspieler Hans Clarin am renovierten Aschauer Bahnhof. Zugleich wurde der bisherige Aschauer Bahnhofsplatz in „Hans-Clarin-Platz“ umbenannt. Damit würdigte der Aschauer Gemeinderat die Verdienste, die sich der im Sommer vergangenen Jahres verstorbene Schauspieler um Aschau und das Priental erworben hat. Die Familie von Hans Clarin, zahlreiche Kollegen – darunter Patrick Lindner, Christian Wolff, Monika Peitsch, Kathi Leitner, Mona Freyberg, Joseph Hannesschläger, die Zwillingsbrüder Stecher und viele andere – der Aschauer Gemeinderat, die Bürger aus dem ganzen Priental und zahlreiche Gäste aus nah und fern ließen sich auch vom ständig strömenden Regen nicht abhalten, dem Festakt beizuwohnen.
Eine zweite Bronzetafel am Bahnhof – enthüllt von Bürgermeister Öttl und dem Leiter der Tourist Info Wolfgang Bude - erinnert an Freiherr Theodor von Cramer - Klett (*1817 - +1884), den Initiator und Förderer der Vizinalbahn Prien – Aschau. Theodor von Cramer - Klett legte mit dem Bau des Bahnanschlusses den Grundstein für eine neue Entwicklung, die dem Priental letztendlich die Abkehr von der Industrie und die Hinwendung zum Tourismus brachte. Er ist damit so etwas wie der „Gründervater“ des heutigen Aschauer Tourismus.
Nach dem Festakt am Hans-Clarin-Platz ging die Feier wegen des schlechten Wetters in der Aschauer Festhalle weiter. Die Aschauer Musikkapelle unter der Leitung von Hans Bauer, der Aschauer Männerchor und die drei Trachtenvereine aus Aschau und Sachrang, die Jugendmusikkapelle Aschau und die „Zaunstemp`n Musi“ trugen zum Gelingen des Programms mit bei. Durch die kulinarischen Leistungen der Festhalle und des Bergbauernladens und das Geschehen auf der Bühne wurden viele Zuschauer mit dem schlechten Wetter vor der Halle wieder etwas versöhnt und freuten sich über den gelungenen Abschluss der Baumaßnahme.
Die Gemeinde Aschau erhielt für den Umbau des Bahnhofgeländes Zuwendungen aus dem „Schnittstellenprogramm“ in Höhe von 426900 Euro, das entspricht einem Fördersatz von rund 80 Prozent. Die Baumaßnahmen begannen im September 2005.
Ein Brunnen, gestaltet vom örtlichen Steinmetz Rudolf Söllner, bildet zusammen mit den Grünanlagen den neuen Mittelpunkt des Vorplatzes. Er trägt das Wappen der Gemeinde und sprudelt Wasser aus vier Rohren in alle Richtungen. Neben dem Brunnen spendet ein Trinkwasserbrunnen frisches Trinkwasser für alle Vorübergehenden. Mehrere Sitzbänke laden zum Verweilen ein.
Die Gedenktafeln für Hans Clarin und Theodor von Cramer - Klett entwarf der Priener Ernst Günzkofer (links). Die Portraits modellierte Waldemar Schröder (rechts) von der Fa. Strassacker in Süßen, die auch den Bronzeguss anfertigte.
Kostenintensiv war die Sanierung der Fassade und der Fenster des Bahnhofgebäudes aus dem Jahr 1884. Das Bahnhofgebäude selbst hat seine ursprüngliche Funktion weitgehend verloren: Die Bahn braucht nur noch einen von der Gleisseite zugänglichen kleinen Raum für den Betrieb. Im Erdgeschoss entstand ein neuer Warteraum für Bahn- und Busreisende, sowie öffentliche behindertengerechte Toiletten.
Zusätzlich findet der Ökumenische Sozialdienst Priental hier ein Unterkommen. Im ersten Stock hat nun der Aschauer Heimat- und Geschichtsverein mit Büro und Archiv eine dauerhafte Bleibe, hier bestehen auch noch Erweiterungsmöglichkeiten für Ausstellungsräume. Im zweiten Stock befinden sich Mietwohnungen. Die freigewordenen Räume im Nebengebäude erhielt der Prientaler Bauernladen zur Erweiterung der Lager- und Geschäftsräume. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen rund 800.000 Euro.





