
Interaktive Karte
Kirchplatz
Der Name Aschau erscheint erstmals im Jahre 927 in einem Salzburger Urkundenbuch als "ad ascouva", später Ascoue oder auch Eschenau.
Der Name Aschau erscheint erstmals im Jahre 927 in einem Salzburger Urkundenbuch als "ad ascouva", später Ascoue oder auch Eschenau. Ob das Salzburger Urkundenbuch mit der Notiz aus dieser Zeit allerdings unser Aschau meint, ist zweifelhaft. Mit Sicherheit taucht aber der Name unseres Ortes um 1120 in alten Quellen auf.
Eschen müssen zu dieser Zeit eine ganze Menge auf dem von der unregulierten wilden Prien herausgewaschenen Felsgestein und dem kiesigen Schwemmgrund gewachsen sein. Neben dem "Dreizack" der Kampenwand ist dieser Baum bereits im Mittelalter auf den ersten Siegeln der "Aschauer" zu sehen.
Die Bewohner des rauen Gebirgstales bevorzugten erhöhte sichere Plätze, um ihre Behausungen zu errichten. So wie z.B. den Niederaschauer Kirchberg, auf dem wir gerade stehen. Wenn Sie zur Südseite der Kirche gehen, können Sie deutlich den steil abfallenden Felskegel erkennen.
Doch lassen Sie mich zunächst kurz etwas zum Ablauf unseres gemeinsamen Rundgangs durch Kirche und Ort sagen:
Die Ortsbegehung dauert etwa zwei Stunden. Nach einem Blick in unsere Pfarrkirche und einigen Erläuterungen zum Ensemble am Kirchplatz wandern wir hinunter zur Prienbrücke, halten uns ein paar Minuten am Bahnhofsplatz auf und kommen entlang der Hauptstraße zum Kurpark. Dort erfahren Sie mehr über die Gemeinde. Dann gehen wir entlang der Prien nach Hohenaschau und schauen uns von der Rastkapelle bis zum ehemaligen Amtshaus die historisch bedeutsamen Gebäude und Einrichtungen an.
Zur Ergänzung unseres Rundgangs empfehle ich Ihnen die Teilnahme an einer Führung auf Schloss Hohenaschau und die Besichtigung des Prientalmuseums mit dem Burgladerl. Ich meine, dies sollten Sie sich für einen der nächsten Tage vornehmen, damit Sie nicht zu viel Kultur auf einmal konsumieren müssen. Soviel zum vorgesehenen Ablauf.
Bevor wir die Kirche betreten, ein paar Worte zu diesem denkmalgeschützten Ensemble:
Im Süden wird der Kirchplatz vom Pfarrhof begrenzt. Das Gebäude entstand in heutiger Form gegen Ende der Barockzeit 1675/76. Im Wesentlichen wurde sein Aussehen nicht verändert. Natürlich fehlen die landwirtschaftlichen Relikte, es gibt keine Stallungen und Remisen mehr.
Die letzte gründliche Renovierung geschah 1980, zum 300. Jahrtag der Erhebung Aschaus zur Pfarrei (Bischof des Bistums Chiemsee war seinerzeit Johann Franz von Preysing-Hohenaschau). Ursprünglich gehörte Aschau ebenso wie Sachrang, Bernau, Frasdorf usw. zur "Mutterpfarrei" Prien.
Vor dem Priesterhaus wacht seit 1989 auf einer Säule die vom Rosenheimer Künstler Josef Hamberger in Bronze gegossene Figur des Hl. Korbinian. Der Heilige Korbinian, oft mit einem Bären dargestellt, ist Schutzpatron der Erzdiözese München und Freising, zu der die umliegenden Pfarreien, seit der Ausgliederung von Salzburg anno 1825 gehören. Der Kirchplatz, früher Teil des 1889 aufgelassenen Friedhofs um das Gotteshaus, wurde in diesem Zusammenhang gepflastert.
Bis 1929 stand hier an der Westseite eine Anzahl von Holzhütten und Verkaufsständen, die sicher nicht schön waren, aber den sonntäglichen Gottesdienstbesuchern den wöchentlichen Einkauf im Dorf erleichterten.
Wie neben vielen Kirchen, so finden wir auch hier in Aschau eine Darstellung der Ölbergszenerie. Die Kapelle zwischen Pfarrhof und Kirche entstand bereits Ende des 17. Jhdts. an dieser Stelle auf dem ehem. Friedhof. Die Figuren schnitzten und fassten einheimische Künstler (Hanns Schmidt, Trautersdorf (Maler), Jacob Carnutsch, Prien (Maler) um diese Zeit.
Der heutige Bau stammt allerdings von 1753/ 54 und wurde im Zusammenhang mit der Erweiterung der Pfarrkirche gebaut und von Joseph Tiefenbrunner aus Trautersdorf ausgemalt. Inzwischen musste er natürlich des öfteren restauriert werden.
Hotel Post - Vormals Tafernwirtschaft der Herrschaft Hohenaschau jetzt Sternekoch Heinz Winklers "Residenz"
Das auffälligste und stattlichste Gebäude am Kirchplatz ist wohl das alte Tafernwirtshaus der Herrschaft Hohenaschau, das 1990 zu "Heinz Winklers Residenz" umgebaute ehemalige "Hotel Post". Bereits 1405 ist es in den Archivalien als Wirtshaus erwähnt und auf einem Stich von Michael Wening um 1700 nahezu in jetziger Größe abgebildet. Aber erst 1856 bekam der Bau sein zweites Obergeschoss.
Die bedeutendsten unter den Besitzern der Wirtschaft samt Ökonomie waren seinerzeit der aus Tirol stammende Eisenwerksherr von Pillersee, Thomas Mayr und dessen Tochter Maria Anna, die das ganze Anwesen im letzten Viertel des 17. Jhdt's. erneuerten und sich große Verdienste um die Verschönerung der Pfarrkirche erwarben. Jetzt gehört die ehemalige Tafernwirtschaft Heinz Winkler, der hier sein Sterne-Restaurant mit Hotel betreibt und so an die herausgehobene Tradition dieses Hauses anknüpft.
Dort vorne begrenzt der lange quergestellte Bau die Nordseite des Ensembles. Es handelt sich dabei um das zur "Post" gehörige Ökonomiegebäude, das in der Mitte des letzten Jahrhunderts von der Familie Rest (1801–1941 im Besitz von Gasthaus und Ökonomie) neu gebaut wurde. Am Ausmaß der Stallungen und Scheunen erkennen Sie heute noch die Bedeutung dieses Besitzes. Am Platz vor dem Eingang ins Restaurant stand noch bis in unsere Zeit der Dorfbrunnen. Der Rest-Hof war immer schon die größte Ökonomie von Niederaschau. Im Moment wird das Gebäude gewerblich und als Wohnhaus genutzt.





