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Laubensaal im Schloss Hohenaschau
Nirgends nördlich der Alpen gebe es einen Saal der eine derartige Ausschmückung aufweise und auch in Italien seien nur wenige Pergolen, Speisesäle und Tafelstuben bekannt, die vergleichbare Bilder enthielten.
„Der Aschauer Laubensaal und seine Ausmalung ist die wichtigste Entdeckung auf bayerischen Schlössern in den letzten 20 Jahren“, erklärte Dr. Johannes Erichsen der Präsident der Verwaltung der Bayerischen Schlösser, Seen und Gärten den geladenen Gästen – darunter Landrat Josef Neiderhell und der Vorstandsvorsitzende der Sparkassenstiftung Alfons Maierthaler - und den Mitgliedern des Aschauer Heimat- und Geschichtsvereins im Preysingsaal auf Schloss Hohenaschau – und der muss es als Herr aller Schlösser im Staatsbesitz schließlich wissen.
Nirgends nördlich der Alpen gebe es einen Saal der eine derartige Ausschmückung aufweise und auch in Italien seien nur wenige Pergolen, Speisesäle und Tafelstuben bekannt, die vergleichbare Bilder enthielten.
Als Gesamtkonzeption stehe der Aschauer Laubensaal allerdings einzig da und sei mit nichts anderem zu vergleichen. Die Ausstattung dieses Sälchens stammt aus der Zeit des Grafen Max II. von Preysing-Hohenaschau aus dem ausgehenden 17.Jahrhundert. Nach den Vorlagen des römischen Kupferstechers Giovanni Battista Falda malten die beiden Chiemgauer Maler Joseph Eder und Jacob Carnutsch die Aschauer Tafelstube nach den Vorstellungen des Schlossherrn mit römischen Gartenmotiven aus und schufen damit die Illusion eines Schlossgartens, den es auf dem steilen Burgfelsen nicht gab.
Dr. Johannes Erichsen erläuterte darüber hinaus, dass wohl auch namhafte Münchner oder italienische Künstler aus der Umgebung des kurfürstlichen Hofes an diesen Arbeiten beteiligt gewesen sein mussten, die gesamte Ausführung der Arbeiten weise eine äußerst hohe Qualität und Detailkenntnis auf.
Seit dem Ende der Landesaustellung "Adel in Bayern" 2008 laufen die Restaurierungsarbeiten im Laubensaal.
Dr. Erichsen hatte im Vorfeld der Ausstellung die Bedeutung dieser Bilder erkannt und sie im Ausstellungskatalog beschrieben. Damit machte er die Fachwelt auf dieses 'Juwel im Chiemgau" aufmerksam. Theodor von Cramer-Klett hatte um 1900 die Ausmalung als "barocke Fantasiemalerei" abqualifiziert und mit Tüchern verhängt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bespannung entfernt und die Malereien weiß übertüncht. Erst seit wenigen Jahren ist die weiße Farbe entfernt und die Reste der Malereien waren sichtbar. Durch die intensive Nutzung des Raumes und die zunehmende Feuchtigkeit der Wände drohten sie endgültig verloren zu gehen.
Der Aschauer Heimat- und Geschichtsverein unter der Leitung von Hans Rucker und Wolfgang Bude versuchte, den in den letzten 100 Jahren sehr stiefmütterlich behandelten Prachtraum aus dem 17.Jahrhundert für die Nachwelt zu retten. Eine wichtige Maßnahme war dabei die Trockenlegung der Außenmauer der alten Burganlage durch die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BIMA). Rund 340000 Euro sammelte der Verein innerhalb von zwei Jahren für die Sicherungs- und Restaurierungsaufgaben, 135000 Euro kamen vom Bund, 100000 Euro von der Sparkassenstiftung, 30000 Euro schoss die bayerische Landesstiftung zu und 15400 Euro der Bezirk Oberbayern. Ein ungenannter Förderer gab 50000 Euro für das Vorhaben, das den Besuchern von Schloss Hohenaschau künftig in neuer Schönheit offen stehen soll.
Voraussichtlich im Spätsommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Landrat Neiderhell nannte das Projekt zusammen mit der weiteren touristisch-kulturellen Nutzung des Schlosses ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region. Schloss Hohenaschau bleibe für den gesamten Chiemgau ein Hauptanziehungspunkt in jeder Beziehung. Daher, so Vorstand Hans Rucker habe der Landrat seine ganze Kraft zur Verwirklichung des Projektes eingesetzt und die Sparkassenstiftung "Zukunft" dafür gewonnen.







