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"Zahnluckad" Müllner-Peter-Museum Sachrang

Eine Sonderausstellung über die unglaubliche Geschichte vom Sachranger Zahnwurm und andere merkwürdige Gesundheitsbräuche aus alter Zeit....

im Müllner-Peter-Museum Sachrang Bildergalerie öffnen

Sonderausstellung 2010 "Zahnluckad"
Bildergalerie mit 2 Bildern

im Müllner-Peter-Museum Sachrang

Kaiserin Elisabeth von Österreich und Dichterpapst Johann Wolfgang von Goethe hatten beide ausnehmend schlechte Zähne und auch König Ludwig II. kämpfte sein Leben lang gegen das Zahnweh.

In Sachrang zeigt die Sonderausstellung 2010 „Zahnluckad“ in der Alten Schule, wie man sich in früheren Jahrhunderten gegen den bohrenden Schmerz im Mund zu helfen wusste. Ganz plastisch stellte man sich den Zahnschmerz als bohrenden Wurm vor, der dem Befallenen mit seiner Bohrarbeit in den Zähnen den Nerv raubte.

Der Sachranger Künstler Roland Füssel schnitzte speziell für die Ausstellung nach einer naturgetreuen Skizze das Bildnis eines Lumbricus dentalis communis sachrangensis - eines gemeinen Sachranger Zahnwurmes - und stellte es dem Müllner-Peter-Museumsverein zur Verfügung.

Der im Sachranger Museum mittlerweile bestens eingeführte Doktorbauer Rainer Wieshammer erzählt: „Unsere Altvorderen standen mit beiden Beinen im Leben und versuchten ohne Zahnarzt und Krankenkassen mit ihren beschränkten Möglichkeiten gegen die quälenden Schmerzen anzukämpfen; dabei wurden viele Sympathiemittel verwendet und auch mit ein bisschen Hokuspokus und Hexerei versuchten sie, den Schmerz zu besiegen“.

Probleme mit den Zähnen gab es zu allen Zeiten, das begann schon, wenn beim Kind die ersten Zähne kamen und endete erst, wenn der letzte schwarze Stumpen von selber aus dem zahnlosen Kiefer ausfiel oder mit Gewalt ausgebrochen wurde.

Die Ausstellung präsentiert dazu allerlei Mittel und Kräuter der Sachranger Rezeptsammlung, aber auch zahlreiche zumeist nicht mehr bekannte und vertraute Objekte der magischen Praxis der Volksmedizin aus der Sammlung von Rainer Wieshammer. Und wenn dann gar nichts mehr half, blieb immer noch der Griff zur Zange: auch hier zeigt die Ausstellung in einer Vitrine eine Auswahl Werkzeuge aus dem vorletzten Jahrhundert, die eher aus einer Schmiedewerkstatt, als aus einer modernen chromblitzenden Zahnarztpraxis zu kommen scheinen. An den drastischen Zahnluck-Bildern von Kaiserin Sissi und Johann Wolfgang von Goethe, an den zahlreichen Haus- und Wundermitteln gegen das Zahnweh und an den Werkzeugen aus der Zeit, als Zahnärzte noch auf der Dult und den Jahrmärkten auftraten und Bader die Versorgung der Landbevölkerung übernahmen, lässt sich am meisten der Fortschritt in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung sehen.

Die unglaubliche Geschichte vom Sachranger Zahnwurm im Müllner-Peter-Museum ist von Mai bis Oktober an jedem Donnerstag bis Sonntag von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr und am Mittwoch von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr im Alten Schulhaus in Sachrang zu sehen.

Unter dem Titel „Zahnwurm-Brevier“ ist auch ein Begleitbüchlein durch die Ausstellung erschienen, die Kosten für den Besuch der Ausstellung und das Buch werden von den Krankenkassen im Rahmen der Prophylaxe nicht übernommen, Praxis- und Rezeptgebühren fallen nicht an nur ein
Einritt von 2,50 Euro pro Erwachsener, Kinder bis 14 Jahre in Begleitung Erwachsener können kostenlos zum Zahnwurm.