Aschau im Chiemgau - Events, © Martin Aicher

Drei Wittelsbacher Prinzessinnen auf der Flucht nach Hintergschwendt

Freitag, 28.09.2018 - 18:00 Uhr

Veranstaltungsort Gschwendtnerhof-Stubn
Hintergschwendt 8,
83229 Aschau im Chiemgau

stoib-und-thoma_foto-h-reiter
von-hintergschwendt-nach-vordergschwendt_7539

Genau 100 Jahre ist es jetzt her, dass Bayern ein Freistaat wurde und König Ludwig III. mit seiner Familie aus dem revolutionären München zu uns in den Chiemgau fliehen musste. Dies nahmen der BR Journalist Christoph Thoma und Historikerin Martina Stoib zum Anlass, die Auswirkungen der großen bayerischen Geschichte auf den kleinen Weiler Hintergschwendt genauer zu erforschen.
Am 7. November 1918 brodelt München. Die Bevölkerung ist kriegsmüde, will endlich ein Ende von Hunger und Tod und vor allem Frieden. Die Schuld an der anhaltenden Misere wird neben den Preußen auch dem bayerischen König Ludwig III. gegeben. Nach einer Friedensdemonstration mit 60 000 Demonstranten auf der Theresienwiese eskaliert die Lage. Arbeiterführer Kurt Eisner nutzt die aufgeheizte Stimmung und ruft noch in der Nacht den Freistaat Bayern aus. Damit endet nach 738 Jahren die Herrschaft der Wittelsbacher über Bayern. Die Bayern hatten als erste im Deutschen Reich die Adelsherrschaft völlig unblutig abgeschafft.
Die Revolution trifft die Königsfamilie vollkommen unvorbereitet. Die Regierung hatte die Lage völlig unterschätzt und rät dem König erst am Abend zur Flucht, während draußen vor der Residenz schon die Revolution tobt. Niemand in München ist mehr bereit das bayerische Königshaus zu verteidigen. König Ludwig III. und seine kranke Frau Marie Therese entschließen sich mit ihren unverheirateten Töchtern Helmtrud, Hildegard, Gundelinde und Wiltrud und dem Erbprinzen Albrecht nach Schloss Wildenwart zu fliehen, das im Eigenbesitz der Familie ist.
Nichts ist vorbereitet. Nicht einmal die Autos sind fahrbereit und auch keine Fahrer vorhanden. Stunden später fahren dann endlich drei Autos mit verhüllten Wappen ohne Licht durchs nächtliche München. Pannen trennen die Familie. Keiner weiß, ob die anderen noch leben. Die drei Prinzessinnen Hildegard, Gundelinde und Wiltrud und der Erbprinz Albrecht müssen nach 2 ½ Stunden Fußmarsch Obdach in Schloss Maxlrain suchen. Erst am nächsten Mittag treffen auch sie in Wildenwart ein.
Doch auch hier hat die Odyssee noch kein Ende, auch hier fühlt sich die Königsfamilie nicht sicher. Und so trennen sich die drei Prinzessinnen Hildegard, Gundelinde und Wiltrud von der Familie und verabschieden sich unter Tränen vielleicht sogar zum letzten Mal von der schwerkranken Mutter. Sie lassen alles Gewohnte hinter sich und suchen Schutz bei den Bauern. Zu Fuß und in geliehener bäuerlicher Kleidung machen sie sich in der Abenddämmerung des 8. November auf ins abgeschiedene Hintergschwendt unterhalb der Kampenwand. Dort klopfen sie nach zwei Tagen Flucht völlig erschöpft schutzsuchend an die Türen der Gehöfte.
Sie finden für 11 Tage Unterschlupf im Wirtsanwesen und können sich dort vor den ersten Revolutionswirren verstecken. Die Erinnerung an diese „hohen Gäste“ lebt in den Geschichten der Gschwendtner Bauern bis heute fort.
Erst als der König am 13. November in der „Anifer Erklärung“ die Soldaten und Beamten vom Treueid entbindet und Ministerpräsident Kurt Eisner dies als Thronverzicht verkündet, kann der König als normaler Bürger nach Bayern zurückkehren. Am Nachmittag des 19. Novembers ist die Familie bestimmt nicht glücklich, aber doch einigermaßen wohlbehalten und sicher wieder auf Schloss Wildenwart vereint.

Dieses dramatische, aber meist unbekannte Stück Aschauer Heimatgeschichte können Sie jetzt sogar an den Originalschauplätzen nachempfinden. An drei Terminen bieten Christoph Thoma und Martina Stoib einen leichten Abendrundgang durch Vorder- und Hintergschwendt an. Mit eindringlichen Zitaten aus dem persönlichen Tagebuch der literarisch begabten Prinzessin Wiltrud und den Erinnerungen der Gschwendtner Bauern werden die letzten Stationen der Flucht der drei Prinzessinnen nach 100 Jahren wieder lebendig. Der Spaziergang endet mit der gemeinsamen Einkehr in die Gschwendtner Stub´n.

Treffpunkt: Parkplatz Gschwendtner Stub´n. Keine Anmeldung. Info: Tourist Info Aschau i.Ch., Tel. 08052-90490.

Preis:

8 €

Veranstalter:

Tourist Info Aschau i.Ch.,
Kampenwandstr. 38
83229 Aschau im Chiemgau
Tel.: +49 8052 90490
http://www.aschau.de

Diese Veranstaltung findet statt:

Highlights & Tipps

Highlight

Veranstaltungen-Highlights

stoib-und-thoma_foto-h-reiter

Drei Wittelsbacher Prinzessinnen auf der Flucht nach Hintergschwendt

Sep.
28
2018

Diesem dramatischen, aber meist unbekannten Stück Aschauer Heimatgeschichte gehen der BR-Journalist Christoph Thoma und Historikerin Martina Stoib bei einem leichten Abendrundgang durch Vorder- und Hintergschwendt auf die Spur. Mit Zitaten aus dem persönlichen Tagebuch der Prinzessin Wiltrud und den Erinnerungen der Gschwendtner Bauern werden die letzten Stationen der einschneidenden Geschehnisse für die drei jungen Frauen nach 100 Jahren an den Originalschauplätzen wieder lebendig…

mehr erfahren
Kammerorchester Sinfonia Aschau

Kirchenkonzert Sinfonia Aschau

Okt.
14
2018

Festliches Kirchweihkonzert mit dem Kammerorchester Sinfonia Aschau. Aufgeführt werden barocke, klassische und neuere Musik mit Irmingard Schütz, Sopran und Monika Wallner-Grutsch, Alt. Eintritt frei – Spenden erbeten. Programm unter: www. sinfonia-aschau. de.

mehr erfahren
schlossbergalm

Dorfbühne Tulfes - Stubenspiel ´s Almröserl

Okt.
27
2018

Stubenspiel in der Gaststätte, gespielt wird ohne Bühne direkt vor dem Publikum. Einlass und Bewirtung ab 18:30 Uhr. Kartenvorverkauf über alle bekannten München Ticket Vorverkaufsstellen: Tourist Info Aschau, Tel. 08052-90490 und Tourist Info Sachrang, Tel. 08057-909737.

mehr erfahren
jahresmotto-2018

Abschlussabend Jahresthema 2018 "Da Woid"

Nov.
02
2018

Aschaus Ehrenbürger Baron Rasso von Cramer-Klett liest aus den Jagdbüchern seines Vaters der einer der bekanntesten Jagdschriftsteller unserer Zeit war. Der Frhrl. v. Cramer-Klett'sche Berufsjäger Josef Rinner informiert zum Verhalten zwischen Mensch, Tier und Jagd. Musik: "Hosei Buam". Als kulinarische Besonderheit werden "Wald und Wild-Spezialitäten" serviert…

mehr erfahren
musik-forum-sachrang_logo_7

Debussy-Kontraste Konzert "Seite an Seite"

Nov.
04
2018

Zum 100. Todesjahr von Claude Debussy. Leitung: Hansjörg Schellenberger und Margit-Anna Süß mit jungen Musikern. Kartenvorverkauf in allen bekannten München Ticket Vorverkaufsstellen: Tourist Info Sachrang, Tel. 08057-909737 oder Tourist Info Aschau, Tel. 08052-90490.

mehr erfahren

Gastgeber mit Herz

Startseite