Römerregion
Die Römerregion Chiemsee verbindet elf Gemeinden, die ihre römische und prähistorische Vergangenheit gemeinsam erforschen und dokumentieren. In Aschau i.Chiemgau zeigen Fundstellen, Informationstafeln und das Fundmuseum Höhenberg, wie sich historische Strukturen und Funde im Priental über mehrere Jahrtausende entwickelt haben.
Die Gemeinde Aschau i.Chiemgau ist Teil der „Römerregion Chiemsee“, einer 2018 gegründeten Kooperation von elf Gemeinden zur Erforschung und Pflege der römischen Vergangenheit. Mit Unterstützung von Archäologinnen und Archäologen, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Archäologischen Staatssammlung wurde die römische Geschichte nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbereitet. Das Verbundprojekt wird durch Mittel des europäischen LEADER‑Programms über die LAGs Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen kofinanziert.
In den beteiligten Gemeinden wurden verschiedene Römerstationen eingerichtet, die Informationen zur römischen Vergangenheit bereitstellen. Die archäologischen Bestände und die regionale Lebensrealität werden an mehreren Standorten dargestellt.
Auf den Spuren prähistorischer und römischer Zeit im Priental
Im Priental wurden Funde aus prähistorischer und römischer Zeit wissenschaftlich untersucht. Dazu gehören römerzeitliche Fluchthöhlen aus den sogenannten „Krisenjahren“ zwischen 235 und 255 n. Chr. sowie der 2,7 kg schwere Silberschatz von Niederaschau, der 1865 entdeckt wurde. Informationstafeln erläutern die jeweiligen Fundstellen und deren historische Einordnung.
Im Ortsteil Höhenberg befindet sich eine Station zur Bronzezeit. Funde wie Bronzegusskuchen und Urnengräber belegen die Bedeutung des Prientals als Handels- und Produktionsort vor rund 3000 Jahren. Der rekonstruierte bronzezeitliche Hortfund von Weidachwies ist im Prientalmuseum auf Schloss Hohenaschau ausgestellt; weitere Objekte sind im Fundmuseum Höhenberg zu sehen. Führungen durch lizenzierte Gästeführer der Römerregion Chiemsee bieten eine vertiefende Darstellung der prähistorischen und römischen Geschichte.
Informationstafeln
Vor rund 2000 Jahren gehörte Aschau i.Chiemgau zur römischen Provinz Noricum. Archäologische Funde belegen die Anwesenheit keltischer und römischer Bevölkerung. Die Provinz war wirtschaftlich bedeutend, was sich in verschiedenen Fundobjekten widerspiegelt. Zu den Funden zählen zwei römerzeitliche Fluchthöhlen aus den sogenannten „Krisenjahren“ zwischen 235 und 255 n. Chr. sowie der 2,7 kg schwere Silberschatz von Niederaschau, der 1865 entdeckt wurde. Informationstafeln erläutern die jeweiligen Fundstellen und deren historische Einordnung.
An der Schützenstraße informiert eine Tafel über den Silberschatz und weitere Fundgebiete im Norden des Prientals. Ein Fernrohr ermöglicht die Orientierung zu den genannten Fundstellen.
Im Ortsteil Höhenberg befindet sich eine Station zur Bronzezeit. Funde wie Bronzegusskuchen und Urnengräber zeigen die Bedeutung des Prientals als Handels- und Produktionsort vor etwa 3000 Jahren. Weitere Fundobjekte sind im Fundmuseum Höhenberg zu sehen.
Führungen
Ein detailliert ausgearbeitetes Führungskonzept bildet die Grundlage für zwei verschiedene Führungen, die durch lizenzierte Gästeführer der Tourist Information über die Sommermonate angeboten werden: „Gusskuchen und Göttergaben Bronze. Made in Aschau!“ und „Silberschatz und Fluchthöhlen. Römerzeit in Aschau!“. Mehr Informationen zu den Führungen finden sich im Veranstaltungskalender; Gruppenführungen können über die Tourist Info Aschau i.Chiemgau, Tel. 08052‑90490, angefragt werden.
Fundmuseum Höhenberg
IIm Fundmuseum Höhenberg zeigt Sebastian Aringer, Sondengänger, Hobbyarchäologe und Museumsleiter, Fundobjekte aus verschiedenen Epochen, darunter Bronze‑, Kelten‑ und Römerzeit sowie Mittelalter und Neuzeit. Dazu gehört auch ein Männergrab aus der Zeit um 50 n. Chr., als das keltische Gebiet zur römischen Provinz Noricum wurde. Die römerzeitlichen Funde wurden im Rahmen der Römerregion Chiemsee wissenschaftlich ausgewertet und sind digital auf der Website des Heimat‑ und Geschichtsvereins Aschau einsehbar.
- Öffnungszeiten: Donnerstag 18:00 - 20:00 Uhr
- Führungsbeginn: 18:00 Uhr
- Treffpunkt: Fundmuseum, Höhenberg 15, 83229 Aschau i.Chiemgau
Die Sammlung umfasst Objekte aus mehreren historischen Zeitabschnitten und zeigt anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verschiedene kulturelle Bräuche der Region. Das Fundmuseum kann ausschließlich im Rahmen einer Führung besucht werden. Gruppenführungen sind auf Anfrage möglich (Kontakt: Herr Aringer, Tel. 08052‑2596).
In Höhenberg befindet sich zudem eine Station zur Bronzezeit, eine der drei im Ort eingerichteten Tafeln der „Römerregion Chiemsee“. Das Priental war vor rund 3000 Jahren ein bedeutender Knotenpunkt im Handel mit Kupfer‑Zinn‑Legierungen. Ein Besuch des Fundmuseums kann mit einer der beiden Führungen zur prähistorischen und römischen Geschichte kombiniert werden. Die Führungen werden durch lizenzierte Gästeführer der Römerregion Chiemsee durchgeführt.
Wissenschaftliche Auswertung
Die wissenschaftliche Auswertung und Aufbereitung hiesiger römischer Funde mit Bezug zum Fundmuseum Höhenberg wurde von der Gemeinde angestoßen und beauftragt. Unter Investition von Eigenmitteln wurde es als Einzelprojekt in Zusammenarbeit mit der LAG Chiemgauer Alpen und Mitteln aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union gefördert.
Weitere Informationen hierzu sind nachzulesen auf der gemeindlichen Homepage: http://www.gemeinde-aschau.de/unsere-gemeinde/geschichte-und-tradition/denkmalschutz-1
Weitere Informationen zur gesamten Römerregion Chiemsee, dem aktuellen Umsetzungsstand sowie alle Aktivitäten in der Region finden sich unter: http://www.roemerregion-chiemsee.de










