Barrierefreier Naturerlebnispfad
Ein barrierefreier Naturpfad führt auf 1,2 km durch die Moorlandschaft am Aschauer Moorbadeplatz. Der rollstuhlgeeignete Rundweg bietet gut zugängliche Naturerlebnisse, informative Stationen und ruhige Aussichtspunkte. Ideal für alle, die die Besonderheiten des Moors bewusst entdecken möchten.
Der rund 1,2 km lange Rundweg führt durch eine Moorlandschaft und ist rollstuhlgeeignet. Der barrierefreie Naturpfad wurde angelegt, um Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einen gut zugänglichen Zugang zur Natur zu ermöglichen und neue Perspektiven zu eröffnen. Im Mittelpunkt stehen Erholung, Naturerlebnis und das bewusste Wahrnehmen der Umgebung.
Der Naturerlebnispfad beginnt am Aschauer Moorbadeplatz, wo ein großzügiger Parkplatz zur Verfügung steht. Der Weg eignet sich besonders für Gäste mit Gehbehinderung und wird häufig von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern genutzt. Am Startpunkt informiert eine Übersichtstafel in Wort und Bild über die Stationen und die angebotenen Naturerlebnisse.
An jeder Station finden sich kurze Hinweise in deutscher und englischer Sprache, die auf besondere Naturmerkmale aufmerksam machen. Voraussetzung für den Erhalt des Gebietes ist, dass Besucherinnen und Besucher auf dem Weg bleiben, keine Abfälle hinterlassen und die Pflanzen nicht beschädigen.
Der Verlauf
Am Beginn des Pfades befindet sich eine Info‑Tafel am Kiosk des Moorbadeplatzes. Sie zeigt den Verlauf des Weges sowie die einzelnen Stationen. Auch zwischen den Stationen gibt es zahlreiche Naturbeobachtungen zu entdecken.
Abenteuer Wasser
Ein Steg führt über den Bach, an dem sich Wasser aus zwei unterschiedlichen Quellen vermischt. Das warme, braun gefärbte Moorwasser und das kühle, klare Bergwasser lassen sich gut unterscheiden – sichtbar und spürbar. Die braune Färbung des Moorwassers stammt vom Bärnsee und entsteht durch Huminstoffe, die beim Abbau von Moorpflanzen freigesetzt werden. Dabei entsteht Wärme, die das Wasser mitführt.
Das Bergwasser stammt aus einer Quelle, die von Grundwasser und Schmelzwasser gespeist wird. Es fließt über Steine und Felsen und transportiert nur wenig Material, wodurch es klar bleibt und sich weniger erwärmt.
Der Wald lebt
Der Wind hat eine alte Fichte umgeworfen und dabei die Wurzeln aus dem Boden gerissen. Hier wird sichtbar, wie weit die Wurzeln einer Fichte reichen: Sie breiten sich zwar großflächig aus, dringen aber nicht tief in den Boden ein. Dadurch kann eine Fichte starken Stürmen weniger standhalten. Die Wurzeln von Baumarten wie Buche oder Tanne reichen tiefer und bieten mehr Halt.
Wenn ein Baum abstirbt, entsteht im Kronendach eine Öffnung, durch die Licht auf den Waldboden fällt. Dieses zusätzliche Licht ermöglicht es jungen Bäumen, heranzuwachsen. So erneuert sich der Wald Schritt für Schritt und eine neue Baumgeneration entsteht.
Der Fuß der Bäume
Die Fichte hat hier ihren Wurzelteller freigelegt. Dieser Baumstumpf ist noch fest im Boden verankert. Wäre der Baum nicht gefällt worden, würden seine Wurzeln ihn weiterhin mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Der Boden ist für das Wachstum des Baumes entscheidend, gleichzeitig stabilisieren die Wurzeln den Boden und verhindern, dass Regen ihn abträgt (Erosion).
Wird ein Baum abgesägt, lässt sich sein Alter anhand der Jahresringe bestimmen. Pro Jahr entsteht ein neuer Ring. Schneidet man das Holz längs auf, erscheinen die Jahresringe als Maserung. Einige Holzarten zeigen besonders markante Maserungen und werden deshalb häufig für die Möbelherstellung genutzt.
Hochmoor und Wiese
Hochmoore entstehen dort, wo Regenwasser nicht im Boden versickern kann. Bleibt der Boden dauerhaft nass, entwickeln sich typische Pflanzengesellschaften, die sehr empfindlich sind und durch Betreten leicht geschädigt werden. Dazu gehört das seltene Wollgras, dessen weiße Blütenstände im Sommer auffallen. Auch der Sonnentau, eine kleine fleischfressende Pflanze, wächst hier.
Da Hochmoore zu nass für eine landwirtschaftliche Nutzung sind, wurden früher häufig Entwässerungsgräben angelegt, damit das Wasser abfließen kann. Erst dann können Gräser wachsen, die als Heu genutzt werden. Gedüngte Wiesen erkennt man am intensiven Grün der Gräser. Wird weniger gedüngt, erhöht sich die Vielfalt an blühenden Kräutern und Gräsern. Die Wiese auf der anderen Seite des Weges war ebenfalls einmal ein Hochmoor.
Tunnelweg
Hier führt der Pfad durch ein junges Wäldchen, das etwa 25 bis 30 Jahre alt ist. Ein Wald benötigt meist mehr als 100 Jahre, um vollständig heranzuwachsen. In der frühen Entwicklungsphase stehen die jungen Bäume dicht beieinander, sodass nur wenig Licht den Boden erreicht. Dadurch entsteht ein spärlicher Unterwuchs.
Man erkennt auch, dass langsam wachsende Bäume im Schatten ihrer Nachbarn stehen und weniger gut gedeihen. Äste und Zweige im unteren Stammbereich erhalten ebenfalls wenig Licht und sterben häufig ab. So bildet sich nach und nach ein geschlossenes Kronendach, das viel Schatten spendet und den Eindruck eines natürlichen Tunnels vermittelt.

